Gewinnung

Im Frühjahr, wenn das Klima im mongolischen Hochgebirge wärmer wird und die Kaschmirziegen ihr Fell verlieren, kämmen die Hirten das Vlies behutsam mit groben Holzkämmen aus. Das dadurch gewonnene Rohprodukt enthält zu mehr als der Hälfte grobes Haar, Schmutz und Wollfett. Um das feine Flaumhaar von diesen unerwünschten Bestandteilen zu trennen, werden heute ausgeklügelte Methoden angewendet. Es muss zusätzlich noch gewaschen und nach seinen natürlichen Farben sortiert werden. 

 

 

Von dieser Rohware bis zum fertigen Kaschmirgarn ist es noch ein langer Weg:

Wie in alten Zeiten wird das gesammelte Haar der Kaschmirziegen von Trägern in Säcken und Ballen aus Tierfellen über die Gebirgspässe Zentralasiens geschleppt und dann in Karawanen mit Kamelen und Pferden zu Sammelstellen gebracht. Diese beschwerliche Reise dauert monatelang und führt zum Teil über dieselbe Route, von der schon der venezianische Kaufmann Marco Polo berichtete. Die fünftausend Kilometer lange Verbindung zwischen dem Fernen Osten und dem Abendland hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Namen. Von „Jadestraße“ über „Straße der Kaiser“ bis hin zu dem Namen, unter dem sie heute in aller Welt bekannt ist: die „Seidenstraße“.

 

 

Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass die Kaschmir Rohware an den Sammelstellen in den Tälern ankommt. Die Ballen und Säcke aus feinem Unterhaar wiegen an die 100 Kilo und müssen manchmal unterwegs mehrmals umgepackt werden. Erst von den Sammelstellen aus können dann die modernen Verkehrsmittel und Transportwege für das feine Rohmaterial genutzt werden. Von dort gelangt es zu den Garnherstellern. 

Das heute in Indien und Pakistan erzeugte Kaschmir wird fast ausschließlich im eigenen Land verarbeitet. Aber das hochwertigste Kaschmir kommt aus der Inneren Mongolei und nicht aus dem Kaschmirgebiet Indiens.
 

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